Wie viel Gramm gesättigte Fettsäuren am Tag sind empfehlenswert?

Wie viel Gramm gesättigte Fettsäuren am Tag? Ich rechne die DGE-Empfehlung in Gramm um und zeige dir, wo im Alltag die meisten davon stecken.

Svenja Rautenberg
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Svenja Rautenberg

Bewegung, Küche & Gemüsegarten

Sportwissenschaftlerin und Übungsleiterin im Gesundheitssport, mit Gemüsegarten und festem Waldweg vor der Haustür. Schreibt darüber, wie gesundes Leben im Alltag gelingt, ohne Kur und ohne Wundermittel.

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wie viel gramm gesättigte fettsäuren am tag

Auf jeder Verpackung steht „davon gesättigte Fettsäuren“, aber kaum jemand weiß, was die Zahl für den eigenen Tag bedeutet. Dieser Beitrag klärt, wie viel Gramm gesättigte Fettsäuren am Tag die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, und rechnet das in Butterbrote, Käsescheiben und Kochfett um. Er richtet sich an alle, die ohne Kalorienzählen bewusster essen wollen.

Ich habe mir vor einiger Zeit eine Woche lang aufgeschrieben, wie viel gesättigtes Fett auf meinem Teller landet. Nicht aus Angst, sondern aus Neugier. Das Ergebnis hat mich überrascht: Nicht das Steak am Sonntag hat den Wert nach oben getrieben, sondern die Butter auf dem Brot, der Käse am Abend und die Sahne in der Soße. Genau dort setzt dieser Beitrag an.

Wie viel Gramm gesättigte Fettsäuren am Tag: die offizielle Empfehlung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, höchstens 10 Prozent der täglichen Energie aus gesättigten Fettsäuren aufzunehmen. Die Weltgesundheitsorganisation nennt denselben Richtwert. Für den gesamten Fettbedarf gibt die DGE etwa 30 Prozent der Energiezufuhr an, bei körperlich sehr aktiven Menschen bis zu 35 Prozent. Gesättigte Fette sollen davon also nur rund ein Drittel ausmachen.

Um aus Prozent Gramm zu machen, braucht es eine Zahl: Ein Gramm Fett liefert etwa 9 Kilokalorien. Bei 2.000 Kilokalorien am Tag sind 10 Prozent also 200 Kilokalorien. Geteilt durch 9 ergibt das gut 22 Gramm gesättigte Fettsäuren.

Wie hoch dein eigener Energiebedarf ist, hängt von Alter, Größe und Bewegung ab. Wer viel sitzt, liegt eher am unteren Ende der Tabelle, wer körperlich arbeitet oder viel Sport treibt, weiter oben. Für eine erste Orientierung reicht die Zeile, die deinem Alltag am nächsten kommt. Wie gesättigte und ungesättigte Fette grundsätzlich im Vergleich abschneiden, habe ich im Beitrag was gesünder ist: gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren ausführlich beschrieben.

So sieht die Obergrenze auf dem Teller aus

Zahlen auf Papier bleiben abstrakt. Deshalb habe ich einen ganz normalen Tag aus meiner Küche nachgerechnet, mit gerundeten Durchschnittswerten:

MahlzeitLebensmittelGesättigte Fettsäuren
Frühstück2 Scheiben Brot mit 10 g Butterrund 5 g
Frühstück200 ml Vollmilch im Müslirund 4 g
MittagNudeln mit 50 g Sahne in der Soßerund 9,5 g
Abend2 Scheiben Gouda, 30 grund 5,5 g
Abend50 g Salamirund 7 g
Summerund 31 g

Bei einem Bedarf von 2.000 Kilokalorien liegt dieser Tag also deutlich über der Empfehlung — ohne dass er mir ungesund vorgekommen wäre. Danach habe ich drei Dinge getauscht: Die Sahnesoße wurde zur Tomatensoße mit einem Esslöffel Olivenöl, die Salami zum Linsenaufstrich und der Gouda zu Frischkäse mit Kräutern aus dem Beet. Damit lag ich bei gut 13 Gramm. Satt war ich genauso.

Das zeigt, worum es geht. Niemand muss Butter verbannen. Es reicht, die zwei oder drei größten Quellen im eigenen Alltag zu kennen und sie gelegentlich zu ersetzen.

Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren: der Unterschied

Aus was Fett besteht

Nahrungsfett besteht überwiegend aus Triglyceriden. Das sind Moleküle aus Glycerin, an das drei Fettsäuren gebunden sind. Welche Fettsäuren das sind, entscheidet darüber, ob ein Fett bei Raumtemperatur fest oder flüssig ist und wie es im Körper wirkt.

Fettsäuren sind Ketten aus Kohlenstoffatomen. Bei gesättigten Fettsäuren sind alle Bindungen zwischen den Kohlenstoffatomen einfach — die Kette ist mit Wasserstoff „gesättigt“. Solche Fette sind meist fest, wie Butter, Schmalz oder Kokosfett. Ungesättigte Fettsäuren haben eine oder mehrere Doppelbindungen. Die Kette knickt dort ab, die Moleküle liegen lockerer, und das Fett bleibt flüssig, wie Raps- oder Olivenöl.

Welche Fettsäuren es gibt

Fachlich unterscheidet man drei Gruppen:

  • Gesättigte Fettsäuren ohne Doppelbindung, vor allem in Butter, Sahne, Käse, Wurst, Kokos- und Palmfett
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren mit einer Doppelbindung, allen voran die Ölsäure in Oliven- und Rapsöl
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit zwei oder mehr Doppelbindungen, darunter die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Bei der Suche nach „mehrfach gesättigten Fettsäuren“ ist meist diese dritte Gruppe gemeint. Den Begriff gibt es fachlich nicht, denn eine Fettsäure ist entweder gesättigt oder ungesättigt. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die Linolsäure und die Alpha-Linolensäure sind essenziell: Der Körper kann sie nicht selbst bilden, sie müssen also mit dem Essen kommen.

Wer sich ketogen ernährt, also sehr wenig Kohlenhydrate und viel Fett isst, sollte auf diese Unterschiede besonders achten. In meinem Beitrag zu den Grundlagen der ketogenen Ernährung erkläre ich, warum dort die Wahl der Fettquelle so viel ausmacht.

Gute und schlechte Fette: eine Tabelle für den Alltag

„Gut“ und „schlecht“ sind grobe Etiketten, aber für den Einkauf helfen sie. Entscheidend ist das Verhältnis: Fette mit wenig gesättigten und viel ungesättigten Fettsäuren sind die bessere Wahl für den täglichen Gebrauch. Die folgende Tabelle zeigt gerundete Durchschnittswerte pro 100 Gramm. Je nach Produkt schwanken sie, die genauen Werte stehen in der Nährwerttabelle der Verpackung.

LebensmittelGesättigte Fettsäuren pro 100 gEinordnung
Rapsölrund 7 gAlltagsöl, viel Omega-3
Leinölrund 9 gsehr viel Omega-3, nur kalt verwenden
Sonnenblumenölrund 11 gviel Omega-6
Olivenölrund 14 gviel einfach ungesättigte Fettsäuren
Walnüsserund 6 gOmega-3, gut als Snack
Lachsrund 3 gOmega-3-Quelle aus dem Meer
Gouda, 45 % Fett i. Tr.rund 18 gin Maßen
Schlagsahne, 30 % Fettrund 19 gin Maßen
Butterrund 50 gsparsam
Palmfettrund 50 goft versteckt in Fertigprodukten
Kokosfettrund 85 ghöchster Anteil, sparsam

Auffällig ist das Kokosfett. Es ist pflanzlich, enthält aber mehr gesättigte Fettsäuren als Butter. Pflanzlich heißt also nicht automatisch günstig. Umgekehrt liefert Lachs zwar Fett, aber überwiegend ungesättigtes.

Eine eigene Kategorie sind gehärtete Fette. Werden Pflanzenöle teilweise gehärtet, entstehen Transfettsäuren, die die Blutfettwerte noch ungünstiger beeinflussen als gesättigte. In der EU ist ihr Gehalt in Lebensmitteln seit 2021 auf 2 Gramm pro 100 Gramm Fett begrenzt. Ungehärtete Fette und Öle sind deshalb die bessere Wahl. Welche Rolle Omega-3-reiche Lebensmittel in einer antientzündlichen Ernährung spielen, habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Warum zu viele gesättigte Fette ungesund sind

Der wichtigste Grund ist das Cholesterin. Eine hohe Zufuhr gesättigter Fettsäuren erhöht das LDL-Cholesterin im Blut, also den Anteil, der sich in den Gefäßwänden ablagern kann. Die DGE kommt in ihrer Leitlinie zur Fettzufuhr zu dem Schluss, dass der Austausch gesättigter gegen mehrfach ungesättigte Fettsäuren das LDL-Cholesterin senkt und das Risiko für koronare Herzkrankheiten verringert.

Dabei kommt es auf den Austausch an, nicht auf das Weglassen allein. Wer Butter durch Weißbrot und Zucker ersetzt, gewinnt wenig. Wer sie durch Rapsöl, Nüsse oder Hülsenfrüchte ersetzt, verbessert die Fettqualität tatsächlich. Ungesättigte Fettsäuren wirken sich auf das Cholesterin also nicht nur neutral aus, sondern günstig.

Der zweite Grund ist die Energie. Fett liefert mit etwa 9 Kilokalorien pro Gramm mehr als doppelt so viel wie Eiweiß oder Kohlenhydrate mit etwa 4 Kilokalorien. Viele Lebensmittel mit hohem Anteil gesättigter Fette — Wurst, Käse, Gebäck, Schokolade — sind deshalb auch sehr energiereich, ohne lange satt zu machen.

Für einzelne Lebensmittel ist die Studienlage differenzierter. Milchprodukte etwa enthalten zwar gesättigte Fette, liefern aber auch Eiweiß und Calcium. Die 10-Prozent-Regel bleibt trotzdem ein sinnvoller Rahmen für den gesamten Tag. Wer bereits erhöhte Blutfettwerte hat, sollte die eigene Ernährung mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen.

Welche Fette gesund sind: Tipps für den Alltag ohne Verzicht

Eine fettfreie Ernährung ist keine Lösung. Der Körper braucht Fett, um die Vitamine A, D, E und K aufzunehmen, und er braucht die essenziellen Fettsäuren, die er nicht selbst bilden kann. Es geht also nicht um weniger Fett um jeden Preis, sondern um das richtige.

Diese Handgriffe haben sich bei mir bewährt:

  • Rapsöl als Standardöl zum Braten und für Salate, Olivenöl für mediterrane Gerichte, Leinöl kalt über Quark oder Pellkartoffeln
  • Butter bewusst einsetzen: dünn aufs Brot oder für ein Gericht, bei dem man sie schmeckt, etwa wenn ich ein Steak in Butter brate — nicht als Selbstverständlichkeit in jeder Pfanne
  • Hülsenfrüchte statt Wurst: Linsen- oder Bohnenaufstriche ersetzen Salami auf dem Brot und liefern Eiweiß und Ballaststoffe
  • Eine Handvoll Nüsse statt Gebäck am Nachmittag
  • Regelmäßig Fisch, gern fettreicher Seefisch wie Lachs oder Hering als Quelle für Omega-3-Fettsäuren

Versteckte gesättigte Fette erkennen

Die meisten gesättigten Fette kommen nicht aus der Butterdose, sondern aus verarbeiteten Lebensmitteln: Croissants, Kekse, Fertigpizza, Blätterteig, Schokoaufstriche. Seit die EU-Lebensmittelinformationsverordnung gilt, muss auf verpackten Lebensmitteln in der Nährwerttabelle „davon gesättigte Fettsäuren“ stehen. Ein schneller Blick darauf reicht: Liegt der Wert bei 5 Gramm pro 100 Gramm oder mehr, ist das Produkt eine nennenswerte Quelle.

In der Zutatenliste lohnt außerdem die Suche nach Palmfett, Kokosfett und gehärteten Fetten. Stehen sie weit vorn, machen sie einen großen Teil des Produkts aus.

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